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Der homöopathische Pferdedoktor

Published by seeling, 2017-01-11 04:59:05

Description: Der homöopathische Pferdedoktor

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DAKAMI

Dr. med. Kristin Löhr, geboren 1967, ist seit ihrem zehnten Lebensjahr aktive Reiterin im Turniersport Dressur und Vielseitigkeit. Sie studierte Humanmedizin an der Universität Bochum/Münster. 1994 promovierte sie und veröffentlichte ihre Dissertation. Sie schloss ihre Facharztaus- bildung zur Allgemeinärztin mit der Zusatzbezeichnung Homöopathin ab, bevor sie 2000 in eine Praxisgemeinschaft für Allgemeinmedizin, Homöopathie und Naturheilverfahren einstieg. In diesem Jahr folgten gleich zwei weitere bedeutende Ereignisse: Kristin Löhr kaufte ihr erstes Pferd, dem später weitere folgten und die ältere ihrer zwei Töchter stieg in den Turniersport ein. 2008 verkaufte Kristin Löhr aus gesundheitlichen Gründen ihre Praxisanteile und arbeitet derzeit als Oberärztin in einem Medizinischen Versorgungszentrum.

Dr. med. Kristin Löhr Der homöopathische Pferdedoktor Pferde von ihrem Wesen her erkennen und danach behandeln DAKAMI

Besuchen Sie uns im Internet: www.dakami-buch.de Veröffentlicht bei Daniela Kayser, Katharina Musial-Buske, Mirko Seeling GbR, Gelnhausen Copyright © by Dr. med. Kristin Löhr Copyright © 2016 dieser Ausgabe by Daniela Kayser, Katharina Musial-Buske, Mirko Seeling GbR, Gelnhausen Druck und Bindung: Heimdall, Rheine Gedruckt auf FSC-zertifiziertem Papier Printed in Germany 2016 ISBN: 978-3-946881-03-2

Vorwort Als Fachärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie war ich lange Zeit in eigener Praxis tätig. Dabei war der jüngste Patient gerade geboren, ich begleitete sowohl Hausgeburten und machte alle Kindervorsorgeuntersuchungen, die älteste Patientin war 102 Jahre und wurde von mir bis zum Lebens- ende begleitet. In dieser Zeit habe ich neben naturheilkundlichen Hausmitteln auch homöopathische Mittel zur Therapie eingesetzt. Dabei habe ich erfahren dürfen, dass viele Infekte und Beschwerden schneller und besser abheilen, wenn man die Selbstheilungs- kräfte des Körpers unterstützt und nicht nur Symptome unter- drückt. Die Zielsetzung ist ja, eine Heilung zu erreichen! Aus meiner langjährigen Erfahrung als aktive Reiterin und Mutter zweier im Turniersport erfolgreicher Töchter bin ich natürlich mit unseren Pferden sehr verbunden. So lag es nahe, auch sie homöopathisch mit zu behandeln, und es stellten sich oft uner- wartete Erfolge ein! Auch unsere beiden Hunde kamen in die- sen Genuss und bereichern unsere Familie durch ihre Anwesen- heit und den Spaß, den wir mit und an ihnen haben! Aus der Erfahrung unserer Vorfahren steht uns ein reicher Schatz zur Verfügung, der durch Hahnemanns Homöopathie systematisiert und durch die Potenzierung in ihrer Wirkung verstärkt wurde. Da Pferde sehr gut auf eine homöopathische Mitbehandlung ansprechen, habe ich mich entschlossen, diese Kenntnisse in einem Buch festzuhalten, das jedem nützlich sein soll, der an die Selbstheilungskräfte des Körpers glaubt! Aus diesem Grund habe ich das Format des Buches auch be- wußt so gewählt, dass es kein Werk für des Bücherregal ist,- sondern ein Buch für den Sattelschrank, es soll da sein, wo es zum Einsatz kommt. Ein Buch vom Praktiker für Praktiker und hilfreich im Alltag! Dr. med. Kristin Löhr

Inhaltsverzeichnis 1. Was ist eigentlich „Homöopathie“? ............................... 13 2. Pferde von ihrem Wesen her erkennen und heilen .... 15 3. Arzneimittelbilder ................................................................. 17 3.1 Acidum formicum .............................................................. 17 3.2 Aconit ................................................................................... 17 3.3 Aesculus ............................................................................... 17 3.4 Antimonium ........................................................................ 17 3.5 Apis mellifica ....................................................................... 18 3.6 Argentum nitricum ............................................................. 18 3.7 Aristolochia ......................................................................... 19 3.8 Arnica ................................................................................... 19 3.9 Arsenicum album ............................................................... 20 3.10 Aurum ................................................................................ 21 3.11 Barium carbonicum ......................................................... 21 3.12 Belladonna ......................................................................... 22 3.13 Berberis .............................................................................. 23 3.14 Bryonia ............................................................................... 23 3.15 Cactus ................................................................................. 24 3.16 Calcium carbonicum ........................................................ 25 3.17 Calcium fluoratum ........................................................... 26 3.18 Calendula ........................................................................... 26 3.19 Cantharis ............................................................................ 26 3.20 Carbo vegetabilis .............................................................. 27 3.21 Causticum .......................................................................... 28 3.22 Chamomilla ....................................................................... 29 3.23 Chelidonium ...................................................................... 30 3.24 China .................................................................................. 30 3.25 Cimicifuga .......................................................................... 30 3.26 Crataegus ........................................................................... 30 3.27 Cuprum metallicum ......................................................... 31

3.28 Dulcamara ......................................................................... 31 3.29 Echinacea ........................................................................... 31 3.30 Euphorbium ...................................................................... 32 3.31 Euphrasi ............................................................................. 32 3.32 Ferrum metallicum ........................................................... 32 3.33 Gelsenium.......................................................................... 33 3.34 Graphites ........................................................................... 33 3.35 Hamamelis ......................................................................... 33 3.36 Hekla lava .......................................................................... 34 3.37 Hepar sulfuris calcarea .................................................... 34 3.38 Hyoszyamus ...................................................................... 35 3.39 Hypericum ......................................................................... 35 3.40 Ignatia ................................................................................. 35 3.41 Ipecacuhana ....................................................................... 36 3.42 Kalium bichromicum ....................................................... 36 3.43 Kalmia ................................................................................ 37 3.44 Lachesis .............................................................................. 37 3.45 Laurocerasus ..................................................................... 38 3.46 Lycopodium ...................................................................... 39 3.47 Mercurius solubilis ........................................................... 40 3.48 Mezereum .......................................................................... 41 3.49 Natrium muriaticum ........................................................ 41 3.50 Nux vomica ....................................................................... 42 3.51 Opium ................................................................................ 43 3.52 Phosphor ........................................................................... 44 3.53 Phytolacca .......................................................................... 45 3.54 Platinum metallicum ........................................................ 46 3.55 Plumbum metallicum ....................................................... 46 3.56 Pulsatila .............................................................................. 47 3.57 Pyrogenium ....................................................................... 48 3.58 Rhus toxicodendron ........................................................ 49 3.59 Ruta .................................................................................... 49

3.60 Secale cornutum ............................................................... 50 3.61 Sepia ................................................................................... 50 3.62 Silicea .................................................................................. 52 3.63 Sulfur .................................................................................. 53 3.64 Symphytum ....................................................................... 54 3.65 Thuja .................................................................................. 55 3.66 Veratrum album ............................................................... 55 4. Miasmatische Mittel .................................................. 56 4.1 Der Versuch einer Erklärung ........................................... 56 4.2 Medorrhinum ...................................................................... 57 4.3 Psorrinum ............................................................................ 57 4.4 Syphilinum ........................................................................... 58 4.5 Tuberculinum ...................................................................... 59 5. Erkrankungen ........................................................................ 60 5.1 Krankheiten und das ihnen zugrundeliegende Wesen des einzelnen Pferdes ........................................................ 60 5.2 Erkrankungen der Haut .................................................... 60 5.3 Entgiftung und Regulation ............................................... 63 5.4 Erkrankungen der Mundhöhle und Zähne .................... 64 5.5 Erkrankungen der Atemwege........................................... 66 5.6 Erkrankungen der Augen .................................................. 70 5.7 Erkrankungen des Bewegungsapparates ........................ 72 5.8 Erkrankungen des Hufgelenkes und der Kapsel ........... 78 5.9 Prellungen an Huf und Fessel .......................................... 79 5.10 Erkrankungen von Herz und Kreislauf ........................ 80 5.11 Erkrankungen von Nieren und Harnwegen .............. 86 5.12 Erkrankungen der Verdauungsorgane .......................... 90 5.13 Verletzungen und Wunden ............................................. 94 5.14 Stute und Fohlen .............................................................. 95 5.15 Andere Erkrankungen des Pferdes ............................. 103

6. Unarten von Pferden .......................................................... 104 7. Homöopathische Stallapotheke ..................................... 106 8. Schlusswort ........................................................................... 108



1. Was ist eigentlich „Homöopathie“? Grundlage sind Volksheilmittel gewesen, die z. B. Hildegard von Bingen schon seit dem frühen Mittelalter verwendete, also Pflanzen, deren Heilkraft den Kräuterheilkundlern bekannt war. Aber dann passierte etwas ganz Entscheidendes: Im Jahr 1789 führte der Arzt Samuel Hahnemann einen Selbstversuch mit Chinarinde durch, er nahm eine kleine Portion ein und er- zeugte damit das Wechselfieber, das wir von Malariaschüben her kennen. Er kam dadurch auf den genialen Gedanken, dass eine kleine Dosis Chinarinde in der Lage sein müsste, ein Fie- ber wie bei der Malaria zu heilen, eine Erfahrung, die sich schon die Volksmedizin zunutze machte! Dieses Prinzip nann- te er „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ oder wie es in der klassischen „Medizinersprache“ im Lateinischen heißt: si- milia similibus currentur! Diese Art der Medizin nannte er „Homöopathie“, zurückgehend auf die griechischen Begriffe „homoios“ = ähnlich und „pathos“ = Leiden, eine Krankheit wird also behandelt durch ein Arzneimittel, das, beim Gesun- den angewendet, ähnliche Symptome hervorruft! Samuel Hahnemann stellte bei seinen Versuchen fest, dass die Mittel umso stärker wirkten, je geringer sie dosiert waren, des- halb entwickelte er die sogenannte „Potenzierung“, eine ho- möopathisch genau definierte Form der Verdünnung. Dabei wird ein Auszug aus der Urtinktur des Heilmittels durch Schütteln und Verdünnung bis zur gewünschten Stärke herun- terpotenziert. Bei diesem Verfahren ist es wichtig, das Medi- kament in jeder Verdünnungsstufe 10mal auf den Untergrund zu schlagen, da ihm so zusätzliche Energie zugeführt wird! Bei der Verdünnung von D23, also 10 x 23 Teile Alkohol zu 1 Teil Urtinktur, ist die sogenannte „Loh’schmidtsche Zahl“ erreicht, also die Dosis, wo keine Ausgangssubstanz mehr nachweisbar ist. Aber gerade bei diesen sogenannten Hochpotenzen konnte eine besonders starke Arzneiwirkung nachgewiesen werden! Man glaubt, dass die molekulare Information der Ursubstanz in der Lösung noch vorhanden ist und durch die Energiezu- 13

fuhr beim Potenzieren noch verstärkt wird. Die Erfahrung lehrt uns, dass der kranke Organismus, egal ob von Mensch oder Tier, viel stärker auf die Arznei reagiert als der gesunde, sodass sich hohe Potenzen als Gabe bei chronischen Krank- heiten anbieten. Diese Art von Medizin wird von der Schul- medizin, der sogenannten „allopathischen“ Medizin, häufig abgelehnt, denn dort wird ein Wirkstoff gegen eine bestimmte Erkrankung gegeben. Aber aus Erfahrung weiß man, dass Homöopathie bei akuten und chronischen Krankheiten schnelle und dauerhafte Hilfe geben kann, denn die Selbsthei- lungskräfte des Organismus werden angeregt und nicht unter- drückt. Es scheint sogar, als ob die Pferde weniger durch die Erkrankung geschwächt sind! Aber nicht alles kann allein ho- möopathisch behandelt werden, daher ist es ein unschätzbarer Vorteil, dass die meisten Arzneimittel mit schulmedizinischen Medikamenten kombiniert werden können. Also muss bei der Behandlung keine Entscheidung für oder gegen die Homöopa- thie getroffen werden, es gibt die Möglichkeit, schulmedizi- nisch in Kombination mit anderen Mitteln zu behandeln! Dies Verfahren wird als komplementärmedizinische Therapie be- schrieben. Jeder, der diese Zeilen liest, wird über die Vielfalt der homöo- pathischen Arzneimittel erstaunt sein. Ihre Wirkung wurde in der sogenannten „Arzneimittelprüfungen“ gesammelt. Dabei wird jeder Versuch an klinisch gesunden Menschen im Dop- pelblindverfahren auf freiwilliger Basis durchgeführt, sodass man die dabei gewonnenen Erkenntnisse medizinisch nutzen kann. Jeder Prüfer muss über 3 Wochen das jeweilige Mittel nach genauer Anweisung einnehmen und dabei sorgfältig Buch führen, welche Veränderungen und Symptome er an sich selbst beobachtet. Er wird jedoch nicht darüber informiert, ob er eine Substanz oder ein Placebo eingenommen hat. Auf- grund all dieser Informationen entsteht dann ein sogenanntes „Arzneimittelbild“ und das gibt dem Therapeuten die Mög- lichkeit, es gezielt anzuwenden! Auch der psychische Zustand spielt bei Krankheiten eine wichtige Rolle, ist das Tier 14

schreckhaft, aggressiv, hat es Angst vor Berührung oder scheint es abgestumpft zu sein? Oft kann die Erkrankung durch die neugewonnene Energie aus den homöopathischen Heilmitteln vom Pferd selbst überwunden werden und ist da- her eine Ganzheitsbehandlung! Mit diesem Buch möchte ich allen, die mit Pferden umgehen, eine Möglichkeit bieten, ihr Pferd genauer kennenzulernen, Eigenarten einzuordnen, Erkrankungen zu erkennen und dem Tier mit Hilfe der Homöopathie selbst eine Hilfe zu sein! 2. Pferde von ihrem Wesen her erkennen und heilen In der Schulmedizin gibt man anders als in der Homöopathie Medikamente gegen Symptome, die auftreten, während man homöopathisch versucht, den Körper und den Geist zu stär- ken, sodass er sich selbst mit den Problemen auseinanderset- zen kann. Dazu müssen wir aber nicht nur die Anzeichen einer Erkran- kung erkennen, sondern auch die Konstitution, das Wesen un- seres Pferdes. In der Medizin ist die Konstitution als eine indi- viduelle Eigenschaft eines Lebewesens definiert, geprägt durch genetische Komponenten, Umwelteinflüsse, Gestalt im kör- perlichen und seelischen Bereich, Leistungsfähigkeit und Wi- derstandsfähigkeit! Nach Hahnemann, dem Begründer der homöopathischen Lehre, kann die Konstitution in verschiedene Richtungen ge- lenkt werden, wobei Klima, Ernährung, Erziehung usw. eine Rolle spielen. Hinzu kommt nach Hahnemann auch noch die Psora, die ein Pferd in sich trägt, eine chronische Ansteckung, die über Generationen weitergegeben wird und das Wesen ei- nes Tieres mitbestimmt. Die Psora kann lange schlummern und plötzlich, z. B. durch eine Verletzung, zu Tage kommen! Dies ist etwas, was das Individuum nur mit Hilfe überwinden kann! Bei der Betrachtung der verschiedenen Arzneimittelbilder wird deutlich, dass Hahnemann nicht nur die [...] 15


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